Das 18. Jahrhundert im illustrierten französischen Buch

Durch den Erwerb der legendären Bibliothek André Langlois (gestorben 1964) initiiert, der noch zwei weitere Komplexe folgten, überdies in den letzten zwei Jahrzehnten vermehrt um einzeln hinzugefügte Ausnahme-Exemplare, entstand eine Sammlung, die mittlerweile aus etwa 2800 Werken mit - grob überschlagen - 4000 bis 4500 Bänden besteht.

 

Das hervorragendste Charakteristikum dieser einzigartigen Kollektion ist die nahezu einhellig makellose Erhaltungszustand, die schönsten denkbaren Einbände, das beste, womöglich "große" Papier und die schönsten Abzüge der Kupfer; wo es ging, mit Drucken "avant la lettre" oder als "eau-forte pure" bereichert. 

Daß diese Kriterien eine Herkunft der Exemplare aus den bedeutendsten Sammlungen der letzten zwei Jahrhunderte bedingen, versteht sich von selbst und so wird die jeweilige Provenienz zu einer der Achsen, um die sich die umfassende Beschreibung der Werke in Bild und Wort dreht. Die Bestände schließen alle großen Bibliotheken vor allem Frankreichs und Englands ein; besonders prominent vertreten sind A.-A. Renouard, Robert Stayner Hohlform, H. de La Bédoyère, La Roche Lacarelle, Lignerolles, Leboeuf de Montgermont, Eugène Paillet, Louis Roederer, Edouard Rahir, Henri Beraldi, R. Descamps-Scrive, Louis Giraud-Badin, Louis Cartier, Mortimer Schiff, Raphael Esmerian, Comtesse de Neil, Henri Bonnasse, A. Portal.

 

Hinzu kommt, daß für über 130 Werke die vollständigen oder wenigstens einige charakteristische Original-Vorzeichnungen vorliegen, unter anderem von Watteau, François Boucher (4 Lavis auf Pergament zum Molière von 1734), Honoré Fragonard (8 Lavis zum Lafontaine von 1795), Moreau le Jeune (Originale zu Amor &Psyche von 1795 etc.), Gravelot (alle Lavis zu Voltaire, Corneille, Lukrez, Tassoni und vieles mehr), Eisen, Cochin (125 Originale zu Lafontaines Fabeln), Le Barbier (alle 148 Originale zu Gessner 1787-96, unveröffentlichte Lavis zum Télémarque), Marillier, Lefèvre, Regnault (19 große Lavis zum Temple de Gnide), Einzelblätter von Oudry, Prud'hon, Le Prince und vielen anderen.

 

Mehr als 80 Exemplare sind auf Pergament gedruckt. Die Buchbinder sind vertreten durch A.-M. Padeloup, Le Monnier, Douceur, Vente, Derôme père und Derôme le Jeune (etwa 240 Einbände), Bozérian aîné und jeune (etwa 250 Einbände), Tessier, Bradel, Bisiaux, Lefèvre, Simier, Thouvenin, Courteval, Mairet, Purgold, Bauzonnet, Hering, Müller, Doll, Vogel, Koehler, Trautz, Cuzin, Marius Michel etc. etc. 

 

Es wäre nicht übertrieben, in dieser Sammlung die Apotheose des französischen 18. Jahrhunderts im Gewand des makellos gebundenen und künstlerisch illustrierten Buchs zu sehen.